Monetarisierungsmodelle von Apps

Apps sind ausgeklügelte Software. Ihre Entwicklung und regelmäßige Aktualisierung kosten Zeit und Geld, die Vermarktung ebenfalls. Apps, die man kostenlos herunterladen und nutzen kann, müssen sich also anders finanzieren. Letztendlich kostet eine App immer etwas: Wenn es nicht Geld ist, zahlt man im Zweifel mit seinen Daten.

Folgende Geschäftsmodelle sind derzeit gängig:

1. Bezahl-Apps

Bei Bezahl-Apps muss man vor dem Download einen bestimmten Betrag bezahlen und kann die App dann ohne Einschränkung nutzen. Allerdings gibt es Apps mit diesem Geschäftsmodell immer seltener. Sie machen heute nur noch maximal 10 Prozent der App-Umsätze aus.In einigen Fällen kann es sein, dass man für eine aktualisierte Version – vor allem, wenn sie für ein neues Betriebssystem angepasst wurde – noch einmal bezahlen muss.

2. Free Apps

Viele App-Anbieter möchten zunächst eine möglichst große Nutzerzahl an sich binden und veröffentlichen Apps zunächst kostenlos. Ist der Dienst so beliebt, dass viele Menschen ihn nutzen, wird er interessant für Werbekunden. Es werden dann kleine – in den meisten Fällen personalisierte (also an den Interessen des Nutzers ausgerichtete) Werbebanner geschaltet. Wenn ein Nutzer auf diese klickt, dann zahlt der Werbende einen kleinen Betrag an den App-Betreiber. Durch die Entstehung von sogenannten „Ad Networks“ wie zum Beispiel Google AdMob, Microsoft Advertising oder Apple iAd ist die Integration von Werbung in das System relativ einfach geworden.

Eine zunächst kostenlose App kann auch zur Bezahl-App werden, so wie etwa bei WhatsApp geschehen. Nachdem sich die Chat-App ausreichend verbreitet und Nutzer an sich gebunden hatte, wurde sie kostenpflichtig angeboten.

3. Freemium oder Free-to-Play (Free2Play)

Auch bei diesem Geschäftsmodell kann die App kostenlos heruntergeladen und installiert werden. Sie kann dann in einer Basisvariante oder für eine bestimmte Zeit genutzt werden. Für neue Spiellevel, besondere Ausrüstungsgegenstände oder für mehr Funktionalitäten haben Nutzer die Möglichkeit innerhalb der App Käufe durch Micropayments vorzunehmen (sogenannte In-App-Käufe) oder die Vollversion der App zu kaufen.

Je nach Nutzung können bei Freemium oder Free2Play also Kosten anfallen. Aus diesem Grund sind Anbieter daher neuerdings dazu verpflichtet, vor dem Download der App darüber zu informieren, dass In-App-Käufe möglich sind (etwa: „Diese App kann kostenlos heruntergeladen werden. Es gibt die Möglichkeit von In-App-Käufen von 0,99 Cent bis 4,59 EUR.“). Im Google-Play-Store werden Apps, die später In-App-Käufe anbieten, nicht mehr als „free“ bezeichnet. Auch beim Apple-App-Store kann man schon in der Beschreibung der jeweiligen App nachlesen, welche Kaufmöglichkeiten es gibt. Diese Transparenzregeln zu In-App-Käufen sind insbesondere zum Schutz von Kindern und Jugendlichen (beziehungsweise deren Eltern) eingeführt worden.

Free-to-Play-Apps können vor allem jüngere Nutzer dazu verleiten, regelmäßig kleinere Beträge auszugeben. So kann schnell die Übersicht verloren gehen, wie viel Geld man ausgegeben hat. Um die Ausgaben besser zu kontrollieren, kann man zum Beispiel nur Prepaid-Gutscheine nutzen – und keine Konto- oder Kreditkartennummer in den Shops speichern. Zusätzlich können Eltern In-App-Käufe mit einem Passwort schützen oder – je nach Betriebssystem – vollständig deaktivieren.