MashUp ist silber, selber Einspielen Gold!

Der Klang von zwei Metallkörpern, die aufeinander prallen:
Kann ein kurzes Sample aus einem fremden Musikwerk, ohne Zustimmung des/der Rechteinhaber, genutzt werden, um damit ein eigenes Musikstück im Dauerloop zu hinterlegen?
Ist ein solch kurzes Sample vom Recht der freien Benutzung oder gar von der Kunstfreiheit gedeckt?

Laut BGH jedenfalls dann nicht, wenn ein durchschnittlich begabter und durchschnittlich ausgestatteter Musikproduzent, das Sample selbst hätte einspielen können.

Wenn man sich den Sabrina Setlur Song „Nur Mir“ und „Metall zu Metall“ von Kraftwerk anhört, dann kann die Antwort nur sein: es wäre ein Leichtes gewesen diesen Sound selbst einzuspielen, zumal Kraftwerk sich selbst einfachster digitaler Sounds bedient haben um ihre Stücke herzustellen.

Die Grenze ist nicht immer so einfach zu ziehen. Wann genau ist ein Musikproduzent durchschnittlich ausgestattet: reicht Cubase auf dem Rechner?
Wann genau ist ein Musikproduzent durchschnittlich „befähigt“?

Da es schwierig ist, solche Fragen im Einzelfall zu beantworten, gilt auf jeden Fall beim Sampling die Faustregel:
Im Zweifel ist es in Deutschland nicht erlaubt Teile aus fremden Musikwerken zu samplen, egal wie kurz es ist.

Es gibt bei uns keine Fair Use Regelung, wie in den USA, die eine Nutzung duldet solange die kommerzielle Verwertung des eigentlichen Stückes dadurch nicht beeinträchtigt wird.

Das Verbot gilt auch dann, wenn durch das Sample, das alte Stück anschließend wieder bekannt wird und die Charts schießt.
Rechteklärung muss fast immer sein, ist aber zugleich so mühsam, kostspielig und Zeitaufwendig, dass es sich zur Zeit jedenfalls nicht lohnt. Vielleicht gibt es in Zukunft einfache, technische Lösungen für solche Rechteklärungsprozesse. Noch sind wir von praktischen one-click Lösungen weit entfernt.

Daher: hört nicht auf Tocotronic, wenn sie singen „Was du auch machst, mach es nicht selbst“, und spielt die Samples selber ein, wenn es nur irgend geht.

 

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