Copyright: Ist Teilen legitim?

Wir teilen unser Wissen, Meinungen, Erlebnisse und Ideen im Netz, aber auch Autos und die eigene Schlafcouch.

Die gemeinsame Nutzung von Ideen und Ressourcen hat viele Lebensbereiche erfasst ohne Halt vor dem Digitalen zu machen:
Inhalte jeglicher Art im Netz, werden legal und nicht legal geteilt und genutzt.

Dieses User Verhalten hat viele traditionelle Content Geschäfts-modelle in Ihrem Kern erschüttert aber auch viele neue ermöglicht. Spotify, Netvibes, Gidsy, DriveNow, Wimdu etc. bedienen genau diesen „sharing“ Zeitgeist.

Diese Entwicklung lässt sich nicht zurückdrehen. Auf die Herstellung des Status quo ante sollte der Fokus daher nicht liegen. Dies gilt auch für das unbeliebte Thema Filesharing.
Mehr Nutzerüberwachung und mehr Verfolgung allein werden nicht dazu führen, dass kein Filesharing mehr betrieben wird. Die Aufgabe der Strafverfolgungsbehörden und Gerichte kann es nicht sein, mittelbar die Aufrechterhaltung älterer Geschäftsmodelle zu sichern.

Die Reaktion auf dieses Nutzerverhalten muss ein anderes sein. Zumindest dann, wenn Inhalte nicht zu kommerziellen Zwecken geteilt und genutzt werden. Die Erforschung von Nutzerverhalten und die Lenkung dessen in lukrative Modelle, die das Recht von Urhebern als integralen Bestandteil aufweisen: dies könnte die Verknüpfung von Filesharing und fairem Geldrückfluss zu den Urhebern (aber auch z.B. Publishern – wenn diese die Entstehung der Werke ermöglicht und gefördert haben) wieder herstellen.

Fair heisst, dass keine Portale à la Kino.to, Files zum download anbieten ohne hierzu legitimiert zu sein und die durch Abo Modelle oder Werbung erzielten Gewinne nicht den Urhebern und Publishern und allen anderen, bei der Herstellung der Werke Beteiligten, zuführen.
Fair heisst aber auch, dass nicht eine Minderheit populärer Künstler bei der Verteilung bevorzugt behandelt werden.
Fair für den Nutzer ist ein Modell dann, wenn dieser einen angemessenen Betrag zahlt (oder sich an creative commons Lizenzen hält) und dann frei von zusätzlichen Barrieren den content rechtssicher nutzen kann.

Doch wie hoch ist aber ein angemessener Betrag? Wie ist das genaue Verhalten der Nutzer? Wie kann eine Verteilung aussehen? Um diese Fragen zu beantworten und Lösungsmodelle zu gestalten, die erfolgreich werden, brauchen wir noch genaue Analysen.

Abhilfe liefert hier etwa eine Veröffentlichung von Philippe Aigrain.

 

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