Google’s Gedächtnis

Dank des gestrigen „Google Urteils“ haben Nutzer nun auch das Recht, Links unter bestimmten Voraussetzungen entfernen zu lassen. Dabei muss nicht etwa eine Straftat oder eine Urheberrechtsverletzung vorliegen. Es handelt sich im Grunde um die Bestätigung, dass in der Tat geltendes EU Recht auch für Google innerhalb der EU gilt.
Die Aggregation von Informationen über eine Person bei Google oder anderen Suchmaschinen ist inzwischen eben mehr die Summe der Einzelteile.
Es wird ein immer dichteres Profil eines Nutzers erstellt, auch dann wenn es sich nicht um eine Person des öffentlichen Lebens handelt, wie etwa Politiker oder Prominente.

Das Recht der Einen auf Informationsfreiheit kann zum Korsett und somit zur Unfreiheit des Betroffenen werden. Freuen wir uns daher auf ein Urteil, das dem Nutzer zumindest im geringen Maß die Hoheit über seine Daten zurück gibt, auch wenn es sich nur um die Verlinkung zu den Inhalten geht.

(Update 30. Mai 2014:  Google hat die Auflage umgesetzt. Hier geht’s zum Antragsformular)

Auf der Re:publica 2014 hat Prof. Mayer- Schönberger in einem hörenswerten Vortrag zu ethischen Grenzen von Big Data dargelegt, warum wir das Recht auf Vergessen brauchen und was die Dauerüberwachung mit uns machen kann.

 

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